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unsere Schulmilch im neuen Kleid ...



Schulmilch in Biokunststoff

Im Jahr 1995 haben die oö. Schulmilchbauern begonnen, die Versorgung mit gesunden Milch- und Joghurtgetränken in der Schulpause professionell aufzubauen. Heute werden täglich 45.000 Kinder in 800 Kindergärten und Schulen in Oberösterreich mit frischer Milch und Milchprodukten direkt vom Bauernhof und aus der Region beliefert.

 Die Verpackung der Schulmilch war am Anfang ausschließlich die Mehrwegglasflasche.

 

In den letzten Jahren haben Kunststoffbecher mit Aludeckel, welche als Joghurtverpackung bekannt sind, auch in der bäuerlichen Schulmilchproduktion immer mehr Bedeutung gewonnen. Die gut automatisierbare Verpackungstechnik ist auch für unsere Betriebsgrößen erschwinglich und verwendbar!

Für Diskussionen hat der Polystyrolbecher aber immer gesorgt, wenn es um Müll und Umweltbewusstsein ging. Obwohl die Glasflasche in der bäuerlichen Produktion sicher nicht umweltfreundlicher ist, weil die gesamten Reinigungs- und Desinfektionsmittel in die Gülle und somit wieder in den Futterkreislauf kommen! 

Die Schulmilchbauern setzen nun als erste Produzenten auf Verpackung aus Naturstoff. Milchsäure ersetzt die Erdölkomponenten in der Plastikproduktion. Schulmilchbecher, Deckel und Trinkhalm sind nach der Benützung zur Gänze kompostierbar und werden so dem natürlichen Rohstoffkreislauf zugeführt. 

So wurde in den letzten Jahren in mühevoller Entwicklungsarbeit von sechs oberösterreichischen Schulmilchbauern gemeinsam mit der Firma Biobag ( unterstützt auch durch das Land OÖ ) ein kompostierbarer Becher mit Deckel und Trinkhalm aus Polymilchsäure ( PLA ) entwickelt, der mit herkömmlichen Abfüll- und Verpackungsmaschinen verarbeitet werden kann!

Die technische Entwicklung kann derzeit als abgeschlossen betrachtet werden und die Verpackung wird mittlerweile auch von Schulmilchbetrieben in Österreich und Deutschland verwendet. 

Trotz Mehrkosten werden die Schulmilchbauern dieses Projekt weiter betreiben, in der Hoffnung, ihrer Vorreiterrolle gerade bei der Zielgruppe Kinder, Konsumenten der Zukunft, gerecht zu werden und das nötige Bewusstsein und Interesse auch bei großen Molkereien zu schaffen! Mit steigenden Stückzahlen könnte eine Kostendegression erreicht und somit der Durchbruch dieser Verpackung geschafft werden. 

Langfristig wird auch der Rohstoff Polymilchsäure (PLA) aus Oberösterreich kommen, wo derzeit eine Pilotanlage in Utzenaich in Betrieb ist. Einer Biogasanlage ist ein Verfahren vorgeschaltet, welches den Silagen vor der Vergasung wertvolle Rohstoffe wie z.B. Milchsäure entzieht und zur stofflichen Verwertung gewinnt.

Die Philosophie hinter dem Projekt ist jedenfalls, dass unsere Becher künftig auf den Wiesen wachsen und nach Funktion wieder in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden!! 

Es wäre ein Meilenstein in der Verpackungstechnik und ein Riesenschritt im Umweltschutz!!

Prominentes Interesse und zahlreiche Auszeichnungen begleiten dieses Zukunftsprojekt.